Warum wir Pfingsten feiern / Ein Beitrag unseres Gemeindemitgliedes Johann Wackernagel

Warum wir Pfingsten feiern / Ein Beitrag unseres Gemeindemitgliedes Johann Wackernagel

In einigen Gegenden unseres Landes sind noch heute Pfingstbräuche lebendig, die nach dem Winter die Vorfreude auf wärmere Tage und neues Leben ausdrücken: Der mit vielen Blumen geschmückte „Pfingstochse“ wird mit der Rinderherde auf die Alm getrieben, andernorts wird unter dem mit Blumen und bunten Bändern versehenen „Pfingstbaum“ gefeiert, in östlichen Gegenden werden die Haustüren mit frischem Birkengrün eingerahmt. Diese und andere Bräuche stammen möglicherweise aus vorchristlicher Zeit.

Nun meint das Wort „Pfingsten“ (altgriechisch: pentecoste hemera) den fünfzigsten Tag nach dem Ostersonntag. Damit ist ein Zusammenhang mit dem christlichen Osterfest hergestellt. Während die Evangelien das Leben Jesu und seinen Tod erzählen, erfahren wir in der Apostelgeschichte des Paulus, was nach dem Tode Jesu in Jerusalem geschah.

Mit Sicherheit lebten die Jünger in der Angst, ebenso wie Jesus vor Gericht gestellt und verurteilt zu werden. „Bist du nicht einer von denen?“ wurde Petrus ja von einem Römer schon gefragt. Also hielten sich die Jünger verborgen, trafen sich heimlich. Was dann, fünfzig Tage nach Ostersonntag, geschah, liest sich so: „Plötzlich hörte man ein mächtiges Rauschen, wie wenn ein Sturm vom Himmel herabweht. Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Dann sah man etwas wie Feuer, das sich zerteilte, und auf jedem von ihnen ließ sich eine Flammenzunge nieder. Alle wurden vom Geist Gottes erfüllt und begannen in verschiedenenSprachenzureden.“ (Apostelgeschichte2,2-4).

Mit aller Macht, wie mit Naturgewalten (Sturm und Feuer), hatte der Geist Gottes die Jünger gepackt und ihnen Mut gemacht. Jetzt waren sie alle „Feuer und Flamme“ für die Wahrheit von Jesus. Die musste endlich ans Licht, in Jerusalem und überall. Petrus fasste sich zuerst ein Herz und hielt eine mitreißende Rede, in der er das Volk an das unschuldige Sterben Jesu erinnerte. Danach ließen sich viele taufen und wurden in die neue Gemeinschaft aufgenommen. Die erste Christengemeinde war geboren. „Sie alle blieben ständig beisammen und teilten alles miteinander, …die ganze Gemeinde war ein Herz und eine Seele.“ (Apg. 4,32 ff).

Zu Pfingsten feiern wir also die „Geburtsstunde“, den Beginn der Christenheit.
Johann Wackernagel

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