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Jahreslosung 2022 / Ein Beitrag unseres Gemeindemitgliedes Johann Wackernagel

Jesus Christus spricht:
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. (Johannes 6,37)

Der Vers verleitet vielleicht zu der Vorstellung, dass da etwas an einem Eingang geschieht. Im Inneren ist Jesus, draußen bittet jemand darum, eingelassen zu werden.

Nun wissen wir, dass Jesus nie dauerhaft ein Haus bewohnt hat. Vielmehr ist er im Lande umhergezogen, um seine Wahrheit zu predigen. Ständig folgte ihm eine große Zahl von Menschen. Kranke wollten von ihm geheilt werden, andere lauerten darauf, dass er einen Anlass für eine Verhaftung bieten würde. Denn viele sahen in ihm den angekündigten Messias, der, wie sie hofften, das Land von der Ausbeutung durch die Römer befreien und ihr neuer König werden würde. Das mussten die Regierenden verhindern.

Der Evangelist Johannes beschreibt nun eine Situation, in der Jesus genau das befürchten musste: Jesus hatte fünftausend Menschen mit etwas Fisch und wenigen Broten gesättigt. Unglaublich! Da merkte Jesus, „dass sie kommen würden und ihn ergreifen, um ihn zum König zu machen“(Johs. 6,15).  Aber Jesus wollte keine weltliche Macht, auf keinen Fall. Er entkam nur knapp. Das Volk folgte ihm.

Am folgenden Tag muss es zu einer lebhaften, ja hitzigen Diskussion über die unglaubliche Sättigung der Vielen gekommen sein. Jesus aber ging nicht auf alltägliches Sattwerden ein. Vielmehr forderte er die Menge auf: „Schafft euch Speise, die nicht vergänglich ist, sondern die bleibt zum ewigen Leben“
(Johs. 6, 27).

Spätestens da musste klar geworden sein, dass  Jesus etwas völlig anderes meinte als physische Sättigung. Zwar war das Volk Israel einst auf seiner Flucht aus Ägypten durch das „Manna“ vom Himmel vor dem Hungertod bewahrt worden (2.Mose 16,14 ff). Jesus stellte aber klar: „Eure Väter haben in der  Wüste das Manna gegessen und sind gestorben“(Johs. 6,49), dann aber sagte er: „Ich bin das Brot des Lebens“ (Johs. 6,48). Er hätte auch sagen können: „Ich bin in Gottes Auftrag hier. Kommt zu mir! Ich kann euren Hunger und euren Durst nach Leben stillen, sogar über dieses irdische Leben hinaus“.

Er hätte auch sagen können: „Ich bin der Sohn Gottes. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“. Das aber sollten die Menschen selbst herausfinden. Damals wie heute.

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