Jahreslosung 2021

Jahreslosung 2021

(ein Beitrag unseres Gemeindemitgliedes Johann Wackernagel)

Christus spricht: Seid barmherzig,
wie auch euer Vater barmherzig ist! (Lukas 6, 36)

Schon lange ist Jesus in Galiläa unterwegs. Er ist nicht bei den Mächtigen. Er wendet sich vielmehr den kleinen Leuten zu, den Kranken, den Elenden, den Trauernden wie auch den Verachteten (Zolleinnehmern). So kommt Jesus an den See Genezareth. Dort geht er zu einer kleinen Anhöhe und hält seine berühmte Bergpredigt. Um Jesus herum hat sich die bislang größte Menschenmenge versammelt. Er erreicht die Herzen der Menschen, denn er vermittelt ihnen ein neues Bild ihres Gottes.

Viele haben gelernt, Gott sei ein gerechter, zürnender, ein auch mit Krankheit strafender Gott. Viele der Kranken haben ihr Leid bisher als Strafe Gottes hingenommen, auch ohne zu wissen, wofür. Jesus aber predigt die Liebe Gottes. Gott, der Vater, ist ein gnädiger, verzeihender, ein barmherziger Gott. Dem darf man sich ganz anvertrauen.

Dann allerdings mutet Jesus den Menschen Unerhörtes zu. Er sagt: „Liebet eure Feinde, tut denen Gutes, die euch hassen.“

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“.

Und mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter macht er deutlich: Barmherzigkeit ist mehr als nur Mitleid. Sie ist eine tiefe, existentielle Erschütterung, bei der aus dem Drang zu helfen tatsächliche Hilfe folgt – tätige Nächstenliebe. Der Mann aus Samaria kann gar nicht anders als helfen.

Auch der Vater, zu dem sein verloren geglaubter Sohn voller Reue zurückkehrt, kann gar nicht anders, als seinen Sohn unter Tränen in die Arme zu schließen. Der Vater und der Samariter handeln barmherzig, aus Nächstenliebe.

Sie machen einen Wesenszug von uns Menschen deutlich, den wir direkt von Gott haben. Denn Gott schuf den Menschen „nach seinem Bilde“, nicht etwa äußerlich, Gott handelt barmherzig durch uns Menschen.

Wie wäre es nun, wenn wir uns unserer Fähigkeit zur Nächstenliebe sehr viel häufiger im alltäglichen Leben bewusst würden? Situationen gibt es jederzeit und überall
– draußen und auch in der eigenen Familie.

Wir brauchen nur unserem Herzen zu folgen und mutig handeln.
So kann das Reich Gottes auf Erden gelingen.

Johann Wackernagel

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