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Das Coronaprojekt / Pastor Lautzas baut Stellwände

Pastor Tilman Lautzas baut Stellwände

Vor Weihnachten sollte geprobt werden.
Damit Bläser und Sängerinnen ihre Aerosole nicht in der Weltgeschichte verteilen, haben sich Hygienewände bewährt.
Also beschloss Pastor Lautzas, welche zu bauen.
Dann kam der Lockdown, die Gottesdienste wurden ins Internet verlegt.
Aber das Material war schon gekauft, und was nicht ist, kann ja noch kommen.
Jetzt, wo die Gottesdienste probehalber wieder live stattfinden, warten auch die Musizierenden ungeduldig auf ihren ersten Einsatz. Da mehr Zeit blieb, kam Tilman Lautzas eine nachhaltige Idee.
Warum aufwändig Hygienewände bauen, die dann nur kurzfristig zum Einsatz kommen?
„Immer wieder werden große stabile Moderationswände in der Gemeindearbeit gebraucht,“ begründet der Pastor sein Vorhaben.
Bisher musste man sich in der Konfirmandenarbeit mit wenig vertrauenerweckenden Fertigmodellen begnügen, die beim Gebrauch ständig wegrutschen.
Auch für moderierte KGR-Sitzungen, im Familiengottesdienst, bei Sommer zu Haus oder für Ausstellungen sind solche Tafeln bestens zu gebrauchen.
Also an die Arbeit – entsprechende Werkzeuge und Erfahrung im Umgang damit hat Tilman Lautzas schon seit Langem, weil er hobbymäßig Lautsprecher und Möbel konstruiert und baut.
Während des Lockdowns war es nicht so einfach, spezielle Materialien zu finden.
Neben den 45 laufenden Metern Holzlatten wurden z.B. Klebefilz, Weichfaserplatten, Edelstahlschrauben und -haken, Schrumpfschlauch und Wachslasuren gebraucht.
Viele Teile fanden sich noch im Archiv. Als Stative dienen Lautsprecherständer, die billig zu haben sind und deren dreibeinige Füße für den Einsatzzweck eingekürzt wurden.
Wegen der Größe des Projektes war zeitweise der gesamte heimische Keller in Beschlag genommen. Die rückseitige Lackierung der Filz-Inlays erzeugte eine aromatische Duftnote im ganzen Haus.
„Zum Glück ist meine Frau geduldig“, grinst Pastor Lautzas, als das Projekt nach dann doch zwei Monaten Bauzeit fertig ist. Insgesamt entstanden fünf Tafeln, die einzeln oder verkettet aufgestellt werden können.
Sie sollen als Hygienewände oder Moderationstafeln genutzt werden
– hoffentlich länger, als die Pandemie anhält.

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