Die neue Perikopenordnung wird zum 1.Advent 2018 in Wittenberg eingeführt

 

Die Perikopenordnung ist eine Zusammenstellung von Bibelabschnitten, den Perikopen, die in den evangelischen Gottesdiensten zur regelmäßigen Lesung bzw. Behandlung in der Predigt vorgesehen sind.

 

 

Mehr Frauen, mehr Altes Testament Die neue Perikopenordnung (PO) mit mehr Texten aus dem Alten Testament wird am 1. Advent 2018 mit einem Gottesdienst in Wittenberg eingeführt.
„Es ist eine moderate Revision“, sagte Martin Evang vor der EKD-Synode. Er ist Theologischer Referent der Union Evangelischer Kirchen (UEK) und Geschäftsführer der Perikopenrevision.
„Die neue Ordnung behält die sechsjährige Reihe bei, aber so, dass Predigerinnen und Predigern nicht mehr zugemutet ist, ein ganzes Jahr nur Epistel-Texte zu lesen.“
Alttestamentliche Texte machen in der neuen PO nun ein Drittel der Texte aus, und ihre die Auswahl sei weniger dominiert „vom Schema Verheißung und Erfüllung“, sagte Martin Evang. Stattdessen komme „das vielfältige Zeugnis des Alten Testaments“ aus sich selbst heraus zum Tragen. Die Menge der Texte aus dem Alten Testament in der PO wird damit etwa verdoppelt.
Neu ist auch, dass Psalmen als Predigttexte in die PO aufgenommen wurden. Außerdem sind mehr Texte aufgenommen worden, die die Rolle von Frauen in den biblischen Geschichten beleuchten. Neue Gottesdienstordnungen sind für den Nikolaustag und den Martinstag vorgesehen, um „kirchliches Brauchtum“ stärker mit aufzunehmen. Außerdem gibt es neue Abläufe für Gottesdienste am 9. November und am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. In der neuen Ordnung sind für jeden Sonn- und Festtag nun zwei unterschiedliche Lieder vorgesehen. Dazu gab es die meisten Rückmeldungen aus den Landeskirchen, sagte Martin Evang, und verwies darauf, dass die Erarbeitung eines neuen Gesangbuches deshalb länger dauern werde als nur die Perikopen-Revision.
Die bisherige PO galt seit 1978. Die „Neue Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder“ soll am 1. Advent 2018 mit einem Gottesdienst in Wittenberg eingeführt werden.
„Ich wünsche mir, dass Pfarrerinnen und Pfarrer sie nicht als ein Gesetz verstehen, dem sie blind folgen“, erläuterte Martin Evang, sondern sie als Hilfe und Klammer für die Gottesdienste nutzen. Die Freiheit, eigenständig zu fragen, was in den eigenen Gottesdiensten als Predigt und Lesung dran ist, bleibe erhalten.
Die Generalsynode der VELKD und die Vollkonferenz der UEK hatten der Perikopen-Revision auf ihrer vorhergehenden Tagung bereits zugestimmt. Die EKD-Synode schloss sich den Beschlüssen der gliedkirchlichen Versammlungen einstimmig ohne Gegenstimme an.

Quelle: www.evangelisch.de

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