Archiv für Juli, 2011

13.Jul 2011

„Man wird demütig gegenüber den Ausmaßen der Natur“

Pilgern ist wieder modern geworden. Am bekanntesten ist sicher der Jakobsweg in Spanien. Aber auch in Norwegen gibt es einen historisch berühmten Pilgerpfad – den Olavsweg. Der Weg führt 640 km von Oslo nach Trondheim durch nahezu alle Kulturlandschaften des Binnenlandes von Norwegen, windet sich durchs Hochgebirge und über das immer noch wilde Dovrefjell, wo der Wanderer auf Bären, Moschusochsen und Wölfe treffen kann. Der Olavsweg geht zurück auf König Olav II, der um 995 geboren wurde. Er brachte das Christentum nach Norwegen und starb als Märtyrer in der Nähe von Trondheim 1030 in der  Schlacht von Stiklestad im Bestreben, Norwegen endgültig zu vereinen.

 

 

Steinar Pettersen ist im letzten Sommer mit

einer Pilgergruppe aus Hamburg nahezu die Hälfte des Olavsweg gegangen.

Elke Mutsch sprach mit ihm über seine

Erfahrungen auf dieser Reise

 

 

 

 

 

 

 

 

Herr Pettersen, Ihr Name klingt sehr nordisch. Haben Sie norwegische Wurzeln?


Ich wurde 1959 in Lübeck geboren, habe aber die norwegische Staatsangehörigkeit, da mein Vater Norweger war. Ich bin meinen  Eltern bis heute sehr dankbar, dass sie mich zweisprachig aufgezogen haben. Alle Schulferien wurden natürlich in Norwegen verbracht.

 

Organisiert wurde Ihre Reise von Pastor Bernd Lohse aus Hamburg.


Wie bekamen Sie Kontakt zu der Pilgergruppe?


Da schließt sich der Kreis zu Norwegen wieder. Ich bin seit Jahren Mitglied des Peer Gynt Clubs, ein  Netzwerk von Deutschen und Norwegern in Hamburg. Wir hatten Pastor Lohse im Herbst 2009 zu einem Vortrag über den Olavsweg eingeladen; dabei wurde ich quasi vom Pilgervirus infiziert. Pastor Lohse ist seit 2008 Pilgerpastor an St. Jakobi in Hamburg.

 

Viele Menschen möchten sich auf einer Pilgerreise mit Gott auseinandersetzen. Anderen ist ihr Leben zu hektisch geworden und sie suchen eine Auszeit. Für viele bedeutet Pilgern auch ein Weg nach innen, die Reise zu sich selbst. Wie war das bei Ihnen?

 

Für mich war es in erster Linie eine Auseinandersetzung mit dem Umgang der Zeit und der Bedeutung von Geduld, wenn nicht sogar Demut gegenüber der Natur, besser gesagt der Schöpfung und, nicht zu vergessen, meinen Mitmenschen. Und wenn man nur zu Fuß unterwegs ist, lernt man viel über Geduld. Und bei einem hektischen Beruf mit vielen Auslandsreisen war Pilgern der größtmögliche Kontrast, den ich mir vorstellen konnte.

 

Welche Strecke des Weges sind Sie gegangen?

 

Nach einem Gottesdienst in der wunderschönen Kathedrale in Hamar am Mjösa-See fuhren wir aus Zeitmangel ( (!) s. oben ) noch durch das Gudbransdal bis kurz vor Dovre und wanderten von dort dann in 12 Tagen rund 275 km zur Nidaros-Kathedrale in Trondheim.

 

 

 

 

 

 

Gläserne Kathedrale in Hamar

 

Das war ja kein „Spaziergang“, sondern eine anspruchsvolle Strecke. Also auch anstrengend, gerade bei Regen. Möchte man da nach Hause?

 

Oh, nein, bestimmt nicht! Aber ein Kaminfeuer -  an dem man selbst und die Bekleidung trocknet -  und einen Becher heißen Kaffee in einer restaurierten Pilgerherberge auf einem Bauernhof aus dem 16. Jahrhundert lernt man erst nach einem langen Regen wirklich schätzen.

 

Sie sind streckenweise von einem NDR-Filmteam begleitet worden. War das nicht störend?


Dachte ich vorher auch. Aber Respekt vor der professionellen und behutsamen Vorgehensweise von Peter von Sassen und seinem Team. Sie gehörten binnen kürzester Zeit „dazu“ und das Resultat, einen zweiteiligen NDR-Film, schätzen wir Pilger alle sehr.

 

Wenn man mitten in dieser großartigen  Schönheit der Natur steht, bekommt man ein neues Verhältnis zur Schöpfung, neuen Respekt davor?


 

Das war eine wesentliche Erfahrung auf der Pilgerwanderung, mit der ich so vorher nicht gerechnet hatte: Es ist eine neue Erfahrung; man wird als kleiner Mensch demütig gegenüber den Ausmaßen und der Vielfalt der Natur und z.B. dem Alter, den ein großes Granitmassiv ausstrahlt.

 

 

Ich darf hier erwähnen, dass Dr. Franz Alt und seine Frau Biggi Teilnehmer der Pilgerfahrt waren. Die vom tiefen Respektgegenüber „Mutter Erde“ und unserem gedankenlosen Umgang mit diesem Planeten geprägten Gespräche mit diesen beiden engagierten Verfechtern einer Umkehr in der Energiepolitik der Welt, möchte ich nicht mehr missen.

 

Was unterscheidet eine Wandertour in den Bergen von Hütte zu Hütte vom Pilgern?

 

Pilgern kann  jeder, der neben einer anständigen Kondition bereit ist, sich auf andere Menschen mit wahrscheinlich gleichen Wertmaßstäben und Glaubensansichten  als auch auf gewisse Regeln einzulassen. Beispielsweise ein tägliches Abendmahl vor dem Aufbruch zu den nächsten 25 km oder kurze Andachten oder Gebete in der freien Natur oder in wunderschönen alten Stabkirchen. Ich meine hier keine Religiosität im engeren Sinne, sondern die Bereitschaft, sich spirituellen Gedanken zu öffnen und diese zuzulassen. Religiosität ist für mich organisierter Glauben in einer Gesellschaft, Spiritualität ist meines Erachtens die persönliche, subjektive Auseinandersetzung  über Fragen zum Glauben oder der eigenen Rolle auf dieser Erde.

 

Sie sind 14 Tage mit 15 fremden Menschen eng zusammen gewesen. Wächst man da als Gruppe zusammen? Wie gingen Sie mit Konflikten um?


Konflikte gab es kaum und wurden schnell geklärt. Das gemeinsame Erleben der Natur/Schöpfung und das gemeinsame Erreichen des täglichen Zieles ohne Blessuren schweißt die Gruppe schnell zusammen. Intensive Gespräche unterwegs tun ein Übriges.

 

Und haben Sie heute auch noch Kontakt untereinander?


Zu einigen habe ich gelegentlichen Kontakt, um Erinnerungen oder neue Erfahrungen auszutauschen. Der Kontakt zu Pastor Lohse ist intensiver, da mich die Pilgeridee nicht losläßt und ich schon häufiger gebeten wurde, öffentlich über den Olavsweg zu berichten, z.B. an einem Pilgertag an St. Jakobi in Hamburg oder auch schon im März hier in Kiel in der Nikolai-Kirche am Alten Markt. Es macht Spass, meine vielfältigen Erlebnisse weiterzugeben, damit andere Menschen vielleicht ähnliche Erfahrungen machen können.


Im Januar 2011 war ich erneut in Trondheim, um an einer internationalen Pilgerkonferenz der norwegischen Kirche teilzunehmen und meine Sicht als „einfacher“ Pilger einzubringen.

 

Woran denken Sie besonders gerne zurück?


An die Natur und die Ruhe, die die Bergmassive auf uns Menschen ausstrahlen. Die Erde war lange vor uns Menschen existent, wir sind nur kurzzeitige  Gäste. Und die Begegnungen mit Menschen, also die anderen Pilger und auch die vielen gastfreundlichen Norweger, bei denen wir übernachtet haben.

 

 

 

 

 

 

 

Was gefiel Ihnen in der Zeit überhaupt nicht?


„Der Weg ist das Ziel“ klingt ja sehr abgedroschen, aber es ist etwas dran: Je mehr man sich dem Ziel nähert, desto schneller ist das Abenteuer Pilgern auch wieder vorbei und der Alltag ruft. Das muss jeder auf seine Weise aushalten.

 

 

Was haben Sie von der Reise mitgenommen. Hat sich im Alltag oder Berufsleben etwas geändert?Ich versuche, in vielen Dingen geduldiger zu sein, geduldiger mit meinen Mitmenschen und mit mir selbst;  das klappt aber auch nur bedingt. Aber bemühen kann man sich ja.

 

 
Ihr Interesse ist geweckt? Informationen erhalten Sie von Steinar Pettersen,  786688 bzw.  ussb.pettersen@online.de oder direkt über den Pilgerpastor Bernd Lohse: Tel. 040/30 37 37 13, per E-Mail an lohse@jacobus.de oder per Post an Pilger-Büro St. Jacobi, z. Hd. Pastor Bernd Lohse, Jakobikirchhof 22, 20095 Hamburg.

In der NDR-Mediathek können Sie den zweiteiligen Film ansehen, Suchbegriff „Olavsweg“- sehr zu empfehlen.


 

11.Jul 2011

Den Menschen in seiner Würde wahrnehmen

Liebe Menschen in der Trinitatis-Ge-meinde, wenn Menschen kommen und uns fragen, was für eine Bedeutung die evangelische Kirche heute eigentlich noch in unserer zunehmend kirchenfernen Gesellschaft hat, reicht es natürlich nicht, auf touristische Pilgerziele zu verweisen.

Wir alle als evangelische Christinnen und Christen dürfen Rede und sollen Antwort stehen. Wir haben ganz bewusst keinen Papst, der das letzte Wort hat – jeder und jede von uns ist aufgerufen, mitzudenken und mitzureden und die Wahrheit zu suchen.

Zuallererst geht es aber darum, den Menschen Gottes befreiende Botschaft zu verkünden: Die Botschaft, dass wir nicht allein sind auf der Welt, dass es eine Kraft außerhalb all unserer menschlichen Möglichkeiten gibt, die uns gewollt hat, uns liebt und durch unser Leben trägt.  Gott sei Dank: Wir haben nicht alles in unseren eigenen Händen und müssen nicht alles mit unseren menschlichen Kräften regeln, das Leben ist und bleibt unverfügbar. Diese Botschaft ist befreiend und tut gut, sie spendet Trost, gibt neuen Mut, unser Leben frei zu gestalten. Und eben daraus ergibt sich dann auch das Handeln in der Welt, das aus der Botschaft des Evangeliums entspringt und zur Hinwendung zu unseren Mitmenschen führt.

Um es auf den Punkt zu bringen: Nicht wir selbst sind der Mittelpunkt, sondern wir leben aus Gottes Kraft, der uns Lebendigkeit schenkt und uns an den Ort stellt, an dem er uns haben möchte.

Den Menschen in seiner Würde, mit seiner Größe und seinen Grenzen wahrzunehmen, ihm mit Neugier und Aufmerksamkeit zu begegnen, das ist evangelischer Auftrag. Kirche als „Kirche der Freiheit“, wendet sich nach außen und möchte auch „die anderen“ kennen lernen: die anderen Religionen, die anderen Weltanschauungen und auch diejenigen, die ohne jede Weltanschauung leben.

Miteinander zu leben und aufeinander zu hören, als Kirche Jesu Christi das befreiende Evangelium allen Menschen zu verkündigen, ist Auftrag Jesu an unsere Kirche, wenn er davon spricht, Menschenfischer zu sein. Das bedeutet auch und besonders, die Stimme zu erheben, wenn Hass geschürt und Intoleranz gesät wird – sei es in Gesellschaft und Politik oder sei es auch innerhalb der Kirche. Und sich einzumischen, wenn es etwa darum geht, wie das Weiter- und Überleben auf unserer Erde gesichert werden kann: in Frieden, Gerechtigkeit und durch Bewahrung der Schöpfung.

 

Ihre Katrin Göring-Eckardt,

EKD-Synodenpräses

Sieben prachtvolle Vogelnisthäuschen sind von den Kindern des Stephanuskin-dergartens eigenhändig fertiggebaut worden. Selbst die „Kleinen“ durften mit schrauben, bohren und hämmern. Nun sind alle rund um die Stephanus-Kirche an den Bäumen befestigt – und warten auf viele fröhliche Vogelfamilien.

 

Ganz herzlich möchten wir uns dafür bei Elektromeister Kuno Manthey bedanken, der die Bausätze selbst hergestellt, vor-bereitet und dem Kindergarten geschenkt hat.

 

11.Jul 2011

Konfibilder

Die Konfirmationsbilder  aus dem Bezirk Stephanus sind fertig. Die Fotos können während der Bürozeiten angesehen und bestellt werden.

11.Jul 2011

Freiwilliges Soziales Jahr

FSJ war noch vor einem Jahr eine unbekannte Abkürzung für viele Menschen in der Trinitatisgemeinde. Birte Hamann hat dem Freiwilligen Sozialen Jahr ein Gesicht gegeben. Ihre Gedanken und Ideen, ihre Freundlichkeit und Zuverlässigkeit sind in den unterschiedlichen Bereichen der Kirchengemeinde erlebbar geworden.

Im Kindergarten und in der Seniorenarbeit, bei den Jugendlichen und den Konfis: Birte ist gut angekommen.

Nun ist ihr FSJ zu Ende. Die Trinitatisgemeinde dankt ihr ganz herzlich für ihren Freiwilligendienst und wünscht ihr für die Zukunft alles Gute und Gottes Segen.

 

Viele Spenden haben dieses Pilot-Projekt in der Trinitatisgemeinde möglich gemacht. Der Kirchenvorstand ist überzeugt, davon, mit dem FSJ etwas Gutes angestoßen zu haben. Das soll auch für das nächste Jahr so weitergehen. Gelder sind aus der Gemeindekasse dafür bereit- gestellt worden. Die gute Arbeit kann also fortgesetzt werden.

 

Die Gemeinde ist auf die Hilfe der Gemeindemitglieder angewiesen.

Der Dienst eines Freiwilligen kostet ca. 7.200 € für ein Jahr. Wir bitten um Ihre Hilfe, damit der Gemeindehaushalt so wenig wie möglich belastet wird.

 

Unterstützen Sie bitte das „Freiwilligen-Projekt“. Es tut der Gemeinde gut, es tut dem Freiwilligen gut und es ist gut für die Gesellschaft.

11.Jul 2011

Nach dem Sommer schon was vor?- Kinderchor

 

 

Wir suchen EUCH für ein außergewöhnliches Projekt !!!

 

In diesem Jahr darf der Kinderchor der Trinitatis-Gemeinde das Weihnachtskonzert am dritten Advent um 17 Uhr in der Stephanus-Kirche gemeinsam mit dem Trinitatis-Chor und dem Posaunenchor der Gemeinde mit gestalten. Das ist etwas ganz besonderes, denn jedes Jahr kommen viele Zuhörer zu diesem Konzert in die Kirche, um sich musikalisch auf Weihnachten einstimmen zu lassen.

Der Kinderchor braucht aber dringend Unterstützung für dieses tolle Projekt, denn je größer der Chor, desto schöner wird es klingen.

Also, solltest Du zwischen 6 und 10 Jahre alt sein, Freude am Singen und Lust haben, den Kinderchor projektweise zu unterstützen, dann suchen wir speziell DICH!

Wir starten mit den Proben moderner und alter Advents-und Weihnachtslieder nach den Sommerferien, am 18. August, immer donnerstags von 16 bis 16.45 Uhr im Gemeindehaus Kroog, Allgäuer Straße 1.

Ich freue mich auf Dich!

 

Solltest Du noch Fragen haben, dann rufe mich gerne an: Tel. 54 44 276.

 

Christian Steltner

11.Jul 2011

Ein Jahr lang als FSJ’lerin in Trinitatis

 

„Ich mache ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Kirchengemeinde.“ Die Reaktion der meist Gleichaltrigen auf diesen Satz war oftmals ein ungläubiges Gesicht.

 

In einer Kirchengemeinde aktiv zu sein, scheint für viele Menschen nicht vereinbar mit dem Bild eines modernen 19-jährigen Mädchens. Ich möchte daher jetzt die Chance ergreifen und meine FSJ-Stelle vorstellen… sozusagen, um in Zukunft  Missverständnissen vorzubeugen.

Ein FSJ in einer Kirche bedeutet in erster Linie eines: Arbeit mit Menschen. Das ist erst einmal nichts Besonderes, da es in einem FSJ schließlich darum geht, in einem sozialen Bereich zu arbeiten. Und doch ist in der Kirchenarbeit vieles anders. Eine Institution wie die Kirche wirkt in vielen Bereichen und spricht jede Generation an. Das hat meine Arbeit vielseitig gemacht – aber mich auch jeden Tag vor neue Herausforderungen gestellt.

Die Vormittage verbrachte ich in den kirchlichen Kitas und stand dort den kleinen Menschen beim „groß werden“ zur Seite. Ich trocknete Tränen, schlichtete Konflikte, nahm in die Arme, machte viel Quatsch und habe gelernt, dass ich selbst gegen 4-Jährige keine Chance mehr im Memory spielen habe.

 

 

Und wenn ich nach 5 Stunden mit 20 Energiebündeln müde meine Tasche packte, freute ich mich trotzdem auf den kommenden Tag, wenn eins der Kinder mir dann in den Arm fiel und fragte: „Kommst du morgen wieder?“

Ganz anders als die Arbeit mit den Kindern war die Arbeit mit den Konfirmanden. Auf den Konfirmandenfreizeiten ging es beispielsweise darum, die Jugendlichen durch spaßige Spielchen zur Mitarbeit zu motivieren, und dafür zu sorgen, dass um 12 Uhr nachts auch wirklich alle in den EIGENEN Betten liegen. Das war meist verbunden mit sehr wenig Schlaf. Dennoch war es eine tolle Arbeit. Ich denke, dass mein Alter ein klarer Vorteil in dieser Arbeit war, da ich mit 19 Jahren die Interessen und Probleme der Jugendlichen noch sehr gut nachvollziehen konnte. Zur Arbeit mit den Konfirmanden zählte zudem auch, Projekte zu organisieren und durchzuführen. Natürlich war diese Arbeit damit verbunden, selbstständig zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen – was hin und wieder eine ganz schöne Herausforderung war. Doch für mich persönlich lohnten sich Mühe und Stress, wenn ich am Ende in zufriedene Gesichter blicken konnte.

Und dann waren da noch die Senioren, mit denen ich zweimal wöchentlich ein paar, auch für mich interessante, Stunden verbringen durfte – dafür holte ich auch gerne die Damen aus Rönne mit dem Auto ab. Wir bastelten, sangen, redeten, lachten, spielten und machten Ausflüge. Ich empfand das als Bereicherung und genoss die Abwechslung zu den meist quirligen Kindern im Kindergarten.                                                                                                                 Die bewegenden Geschichten und Schicksale machten mich nachdenklich und gaben mir Mut, immer nach vorne zu schauen.

Ein FSJ eignet sich sehr gut, um einen Einblick in die Berufswelt zu bekommen. Anders als in der Schule musste ich nicht nur für mich, sondern auch für andere Verantwortung übernehmen. Ich musste lernen, Konflikte zu lösen und meinen Platz in der Gemeinde suchen.

 

Ich bin froh, mich für ein FSJ in einer Kirchengemeinde entschieden zu haben. Nur wenig andere FSJ-Stellen bieten eine solche Vielseitigkeit an Arbeitsmöglichkeiten. Das FSJ hat nicht nur zur Berufsorientierung beigetragen, sondern auch zu meiner persönlichen Weiterentwicklung.

 

Vielen Dank sage ich allen, die mir das FSJ ermöglicht haben, und allen, die mich im letzten Jahr mit Rat und Tat unterstützt haben.

 

Birte Hamann

 

 

Am 31. Juli um 9:30 wird Frau Hamann im Gottesdienst der Maria-Magdalenen-Kirche verabschiedet.

10.Jul 2011

Aufbruch zu neuen Ufern

Aufbruch zu neuen Ufern


Nach vier Jahren ist es so weit: Ich nehme meinen Abschied aus der Trinitatisgemeinde. Viele Menschen haben mich in den letzten Wochen gefragt, warum ich gehe. Vier Jahre seien doch eine kurze Zeit oder, wie eine unserer Seniorinnen sich ausdrückte: „Da hat man sich gerade aneinander gewöhnt“. Vielleicht kann ich am besten mit einem Bild deutlich machen, was meine Beweggründe sind. Etliche von Ihnen und Euch wissen, dass ich mit meinen Söhnen gerne zelten gehe. Meine Söhne und ich brechen bildlich gesprochen unsere Zelte hier ab, um sie andernorts wieder aufzubauen. Das Zelt ist dabei ein zwiespältiges Ding. Wer, wie wir, diese Urlaubs- und vielleicht auch Lebensform liebt, kann sein Zelt hier und dort aufbauen und ist somit vielleicht eher aufbruchsbereit. Aber ein Zelt hat auch seine Schattenseiten. Es ist nicht stabil, nicht von Dauer. So steckt im Abbrechen unserer ganz persönlichen und beruflichen Zelte in Trinitatis auch beides: Die Freude und die Lust darauf, Neues zu entdecken und zu erleben, im wahrsten Sinne des Wortes der Aufbruch zu neuen Ufern oder wie in unserem Fall innerhalb Kiels zum neuen Ufer, denn es zieht uns nun ans Westufer. Unser Zelt abzubrechen macht uns aber auch traurig. Wir lassen Menschen zurück, die uns ans Herz gewachsen sind; eine Gemeinde, mit der wir gerne gewohnt und gelebt haben. Dabei bleiben uns gute Erinnerungen, Begegnungen, lebendiges Miteinander, das wir in Trinitatis in den letzten Jahren erleben durften. Wir haben miteinander Gemeinde gestaltet und manchmal auch gestritten, wir haben miteinander gelacht und manchmal auch geweint, wir haben miteinander gefeiert und manchmal auch getrauert.

 

In Trinitatis leben Menschen, die hier ihre Heimat (gefunden) haben und somit für das Beständige und Verlässliche stehen. Andere bleiben eine Zeit und sind dann wieder fort, weil sie nach neuen Herausforderungen suchen, der Beruf es erfordert oder sie sich einfach nicht verwurzeln können. Ja vielmehr noch – ich bin überzeugt davon, dass unsere Kirche und unsere Kirchengemeinde beide Lebensformen braucht: Die, die bleiben und damit Heimat bieten und die, die kommen und gehen und so auch den einen oder anderen neuen Impuls einbringen. Und so wünsche ich der Trinitatisgemeinde, dass sie sich an beiden freuen kann – an denen, die bleiben und an denen, die kommen und gehen.

 

Es gibt noch so viel mehr zu sagen. Aber so soll es genügen.

 

Pastorin Sigrun König

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pastorin Sigrun König verlässt die Gemeinde

 

 

 

Ein ganz besonderer Dank geht vor allem an all die Ehrenamtlichen, die „Sommer zu Haus“ und den „Lebendigen Adventskalender“ zu einer festen Einrichtung gemacht haben.

 

 

10.Jul 2011

Lass Dein Licht leuchten!


In diesen schönen Sommermonaten werden wir von Gottes Sonne und Wärme beschenkt. Dadurch kann auch in uns wieder etwas zum Leuchten kommen. Wir können ein Licht werden, wir können etwas Warmherziges und Liebevolles ausstrahlen, hier und da zu einer guten Atmosphäre beitragen.

Uns Christen wird zugetraut, auch mal ein Licht der Welt zu sein, weil wir uns von Gott reich begabt und beschenkt wissen und als Söhne und Töchter des einen Vaters verstehen dürfen.

 

 

Wir können Lichtpunkte sein, die die Dunkelheiten und Hoffnungslosigkeiten dieser Welt ein wenig heller machen. Dabei geht es nicht immer um die großen revolutionären Taten, durch die gläubige Christen den Gang der Welt mitbestimmt haben, nein, es können ganz kleine Gesten sein: Momente, in denen man mal den Mund aufmacht, weil andere schweigen; wo man sich mal anders verhält als die anderen; die Wahrheit wagt zu sagen, weil andere mit Lügen etwas zudecken wollen, wo man nicht nur seinen Vorteil sucht, sondern Verantwortung für andere übernimmt.

Licht sein können wir aber wohl nur, wenn wir auch um die Lichtquelle wissen, die Gott in uns hineingelegt hat. Nur wenn wir uns in uns zuhause und geborgen fühlen, können wir leuchten. Solange wir uns wie ein Rohr im Wind von allem und nichts treiben lassen, werden wir nichts ausstrahlen. Unzählige äußere Einflüsse, viele Marktprodukte wollen uns jeden Tag für sich gewinnen, Scheinbedürfnisse werden in uns geweckt durch Werbung und Medien. Dadurch wird es uns schwer gemacht, das „heilige Eigene“, die ureigenen Begabungen und Überzeugungen zu leben, die gottgeschenkte Individualität zu bewahren.

 

Martin Luther King hat einmal – hier etwas verkürzt – gesagt:

„Sei was Du bist, aber sei es ganz. Kannst Du kein Baum sein, dann sei ein Strauch, aber sei ein schöner weit und breit. Kannst Du keine Sonne sein, dann sei ein Stern, aber lass diesen kräftig leuchten. Sei was Du bist, aber sei es ganz.“

 

Lass Dein Licht leuchten, liebe Schwester, lieber Bruder! Unsere Welt braucht mehr denn je aufrichtige, offene, ehrliche, überzeugende und auf Gott vertrauende Menschen, eben Lichter der Welt. Und Du sollst dazu gehören.

 

Pastor Albrecht Schmidt