Archiv für Juni, 2010

Pastor Albrecht Schmidt


Der Beschluss der Gemeinde Lübeck, ab sofort zwei Euro für das Betreten der 700 Jahre alten Marienkirche zu verlangen, ruft nicht nur in Schleswig-Holstein Kriti­ker auf den Plan.

Jan-Hendrik Dany hat mit Pastor Albrecht Schmidt über das Thema „Kirche und Eintrittsgeld“ gesprochen.

Pastor Schmidt, die Lübecker Marienkir­che ist außergewöhnlich schön und nicht ohne Grund Teil des UNESCO-Weltkultur­erbes. Dennoch empfindet so mancher schleswigholsteinische Protestant die Einführung des Marienkirchen-Eintritts­geldes als Unverschämtheit. Wie bewer­ten Sie die Lübecker Maßnahme?

Zunächst einmal kann ich verstehen, dass viele Menschen über die Lübecker Maß­nahme irritiert und verärgert sind. Denn Kirchenräume sind bisher einladende Räume gewesen, in denen es die Nähe zu Gott, Gottes Gnade, selbstverständlich ohne Eintrittsgeld gegeben hat. Diese Entscheidung hat ja durchaus eine theo­logische Dimension: Muss eine Kirche nicht  offen und frei zugänglich sein zum Beten, für Momente der Stille? Drückt sich darin nicht sehr schön deutlich der Glaube an die Gnade Gottes aus, die  uns umsonst, “gratis data” wie Luther es sagte, geschenkt ist?

Wie gesagt, ich kann durchaus verstehen, dass die Menschen auf diese Maßnahme veschnupft reagieren. Andererseits ver­stehe ich aber auch die Mariengemeinde in Lübeck. Die Erhaltung der Kirchenge­bäude kostet viel, viel Geld und trotz staatlicher und anderweitiger Unterstüt­zung immer noch viele Kirchensteuer­mittel. Insofern muss man die Lübecker Maßnahme auch unter pragmatischen Aspekten betrachten.

Aber müssten die Mittelzuweisungen aus der Kirchensteuer für die von Ihnen er­wähnten Instandhaltungsmaßnahmen nicht ausreichen?

Die Bauunterhaltungstöpfe sind in den Gemeinden normalerweise recht gut gefüllt. Aber sie reichen zum Erhalt solch großer historischer Gebäude wie der Marienkirche nicht aus. Im Übrigen soll­ten meines Erachtens die Kirchensteuern in erster Linie dafür da sein, dass man  damit die kirchliche Arbeit mit Menschen finanziert. So kann ich mir auch gut vor­stellen, dass viele nicht-religiöse Men­schen, aber auch viele Christen die Ein­trittsgelder akzeptieren. Kirchen sind nun mal Kulturdenkmäler, interessante Räume.

Aber um nicht missverstanden zu werden: Mein Wunsch wäre schon, dass die evan­gelische Kirche auf Eintrittsgelder ver­zichtet. Und vor allem, dass die Kirchen auch außerhalb der Gottesdienstzeiten geöffnet sind.


Der Bezirk Maria Magdalenen hat mit dem Projekt „Offene Kirche“ allerdings nicht die besten Erfahrungen gemacht. Unter anderem wegen der nicht immer zuverlässigen Aufsicht.

Ja, vielleicht müsste man über dieses Projekt – nicht zuletzt im Gottesdienst-Ausschuss – noch einmal neu nachdenken. Zum Beispiel auch über die Frage, wie wir die Kirchen einladender gestalten könnten -  etwa mit Musik, einem Gästebuch und brennenden Kerzen.

Müsste man nicht auch, um die Tatsache, dass die Kirchen unserer Gemeinde geöffnet sind, bekannter zu machen, kräftig die, in Anführungszeichen, Werbetrommel rühren?

Sie werden mit noch so viel Rühren der Werbetrommel nur wenige Besucher anlocken können. Trotzdem bin ich für offene Kirchengebäude. Es kommt nicht auf die Menge der Besucher an. Es kommt darauf an, dass es einen Ort gibt, an dem man sich von der bloßen Räumlichkeit anrühren lassen kann. In meinen Augen hätte es schon einen großen Wert, wenn auch nur ein Besucher pro Woche diese Möglichkeit nutzen würde.

Im Übrigen habe ich es durchaus schon erlebt, dass unter der Woche bei mir geklingelt worden ist und mich Menschen gebeten haben, Ihnen die Kirche aufzuschließen, zum Beispiel um vor einer Operation zu beten oder weil sie an dem Tag vom Tod eines geliebten Menschen erfahren hatten.

Warum sind evangelische Kirchengebäude überhaupt – im Gegensatz zu katholischen – unter der Woche verschlossen?

Nach altem lutherischem Verständnis werden die Kirchen nur für den Gottesdienst gebraucht. Und eine Daueröffnung ist natürlich mit Risiken verbunden. Denken Sie an Vandalismus und an die Diebstahlsgefahr. Wir sollten als Gemeinde trotzdem nicht in erster Linie Angst haben. Die möglichen Schäden stehen in keinem Verhältnis zum Gewinn des Prinzips „Offene Kirche“. Schöne Kirchen, wie wir sie Gott sei Dank in der Trinitatis-Gemeinde haben, tragen ja schon eine Botschaft, die Nähe zu Gott, in sich. Und gerade mit Blick auf die heutzutage  individualisierten Formen, diese Nähe zu Gott zu suchen, ist eine offene Kirche mit Sicherheit ein sinnvolles Angebot.

24.Jun 2010

Ökumene in der Gemeinde

„Wachsen in allen Stücken“

Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus.“

Diese Bibelstelle (Epheser 4,15) war das Motto für das Ökumenische Pfingstfest in Elmschenhagen. Nun gibt es ein sichtbares Zeichen für ökumenisches Wachsen:  Ein Apfelbaum wurde gepflanzt. An dieser Gemeinschaftsaktion beteiligten sich die vier verschiedenen Kirchengemeinden in un-serem Stadtteil.

Natürlich braucht der Baum Pflege, damit er sich entfalten kann. Die Ökumene braucht Menschen, die sich der gemeinsamen Herkunft von Jesus Christus bewusst  sind. So öffnet sich Raum für gute, weiterführende und engagierte Gespräche und entschlossenes Handeln für mehr Gemeinsamkeit. Wollen wir hoffen, dass der Baum sich gut entwickelt und dass auch die Ökumene, „das Leben im gemeinsamen Erdkreis“,  wachsen kann in allen Stücken.

Pastor Szelinski-Döring

Bilder zum Ökumensichen Pfinstfest finden Sie hier

Nachdem dank Ihrer Hilfe sowohl in der Stephanus-Kirche als auch in der Weinberg-Kirche ein neuer Gebetsleuchter den Raum erhellt, haben wir uns Gedanken gemacht, ob wir auf diese Weise, auch andere dringende Projekte verwirklichen können.

Paramente für die Weinberg Kirche

Die schmückenden Tücher am Altar und an der Kanzel werden als Paramente oder Antipendien bezeichnet. Je nach Kirchenjahreszeit ändert sich die Farbe. Jetzt zur Trinitatiszeit sind sie grün. Diese Paramente zeigen uns aber nicht nur das Thema des Kirchenjahres, im besten Fall schmücken sie auch den Kirchraum. In der Weinberg- Kirche sind die Paramente schon sehr alt und wir wünschen uns Paramente, die in diesen hellen und freundlichen Raum passen.

Paramente werden in Handarbeit und als Unikate angefertigt. Ein Parament kostet 400-500 €. Weil wir Paramente für verschiedene Jahreszeiten brauchen, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen.

Orgel für die Krypta in Stephanus

Noch spielt sie, die kleine Orgel in der Krypta der Stephanuskirche ― noch. Vor etwa 15 Jahren war sie der Stephanusgemeinde geschenkt worden. Der ehemalige Kantor Günther Kirsch hatte sie irgendwo aufgetrieben und wollte sie einer Partnergemeinde in Kaliningrad überlassen. Doch die hatte inzwischen eine bessere gefunden. So blieb sie in Kiel stehen, und verrichtet treu ihre Dienste in den Gottesdiensten. Aber sie ist verbraucht. Der Orgelbauer kann nichts mehr für sie tun, allenfalls notdürftig gestimmt werden kann sie noch. Der Motor brummt, die Tasten klappern und die Pfeifen haben keinen rechten Halt.  Die Kosten für eine neue Orgel betragen circa 15.000-20.000 €.

Der Kirchenvorstand hat beschlossen, die Gemeinde um Spenden für diese neuen Projekte zu bitten.

Fortan werden die Kollekten im Opferstock der Stephanus-Kirche und der Weinberg-Kirche für diese Projekte gesammelt. Für weitere Spenden sind wir dankbar. Unser Ziel ist es, die neue kleine Orgel und die Paramente ausschließlich aus Spenden zu finanzieren. Das kann länger dauern, aber das macht nichts. Vielleicht haben wir ja in fünf Jahren das Ziel erreicht.

Spendenkonto: 30 685 303, Kieler Volksbank, BLZ 210 900 07

Stichwort: Orgel Krypta / Paramente Weinberg

Pastorin Natascha Hilterscheid, Pastor Albrecht Schmidt